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Der Versuch eines Jahresrückblicks 2003:
Und schon ist es da, das erste Problem - wie soll ich nur das Auf und Ab des Kinojahrgangs 2003 in Worte kleiden, wenn ich mindestens die Hälfte schon wieder vergessen habe? Vielleicht sollte man sich einfach weniger anschauen. Doch dann müsste man sich schnell Ersatzzielscheiben suchen - schließlich erzürnt einen wenig mehr als gepflegter Zelluloidmüll in Überlänge. Also genug geschwafelt: auf ins gute weite Netz und her mit der Startübersicht.
Januar:
Gesehen:
Die Herrschaft des Feuers (langweiliger Trash mit zu wenig Drachenshots und zu viel Studio. Wie so häufig: Trailer besser als fertiger Film. Vielleicht endlich Sprungbrett für Ausnahmedarsteller Christian Bale. Matthew McConaughey allerdings herrlich krank.)
One hour Photo (visuell stringenter und herausragend gespielter Thriller. Und ich habe Robin Williams mal gehasst.)
My Big Fat Greek Wedding (im Flugzeug gesehen. Konnte nicht einschlafen. Am Film lag es nicht.)
Catch me if you can (erstaunlich. Ein Spielberg, der nicht in den letzten 10 Minuten alles Positive zunichte macht. Und sogar ein erträglicher Tom Hanks. Was es nicht alles gibt.)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
Februar:
Gesehen:
Good Bye Lenin (guter deutscher Film. Gut das es ihn gibt. Muss man aber nicht auf Leinwand sehen. Wer traut sich, ohne Daniel Brühl zu drehen?)
Ring (shocking, shocking. Der Sitz war danach 2 Zentimeter tiefer. Wie wohl das Original sein mag...)
About Schmidt (einfach nur langweilig. Mag ja toll gespielt sein - plätschert aber zu sehr dahin.)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
- Gangs of New York
- Chicago
März:
Gesehen:
Solaris (kann zwar nicht behaupten, ihn vollständig verstanden zu haben, hat mich aber trotzdem beeindruckt. Beste Filmmusik 2003.)
Daredevil (mit Verspätung gesehen. Hätte ihn besser links liegen lassen. Ben Affleck mit miesem Overacting.)
Femme Fatal (fesselnder Plot. Gut umgesetzt. Ist die Frau noch frei?)
Verpasst:
- Adaption
- Das Leben des David Gale
Absichtlich ignoriert:
April:
Gesehen:
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
Mai:
Gesehen:
Die Regeln des Spiels (der Film 2003! Eine mehr als gelungene Adaption des Buches von B. E. Ellis. Krank ist schön. Und vor allem lustig. Wann kommt endlich Glamorama?)
The Transporter (beginnt wirklich lustig und driftet dann ins Belanglose. Kann man sich aber ansehen.)
Matrix Reloaded (Gurke des Jahres. Hat einfach alles falsch gemacht. Und dann auch noch diese ganzen Interpretationsdeppen...)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
Juni:
Gesehen:
28 Days Later (umwerfend. Selten so Furcht einflößende Zombies gesehen. Und der Videostyle stört überhaupt nicht. Nur das mit den Soldaten kommt definitiv zu krude daher.)
Hero (der schönste Film 2003. So elegant kann Kino sein. Und so emotional. Erwarte sehnlichst die DVD.)
Bruce Allmächtig (hatte lustigen Trailer. War dann aber nur mäßig lustig. Kann man sehen - muss man nicht.)
Bulletproof Monk (herbe Enttäuschung. Ernstgemeinter Trash. Chow Yun-Fat kann wesentlich mehr. Wann merkt es endlich jemand?)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
Juli:
Gesehen:
Verschwende deine Jugend (unterhaltsam. Wann kommen endlich die elektronischen Zwerge?)
Terminator 3 (besser als erwartet. Geradlinige Unterhaltung mit hohem Tempo und im Gegensatz zu den Cameron-Werken geringer Nervfaktor.)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
August:
Gesehen:
Nicht Auflegen! (interessantes Konzept. Fast spannend umgesetzt. Was hätte Fincher daraus gemacht?)
Swimming Pool (eher langweilig. Und ein wenig zu viel sinnlos eingesetzte nackte Haut. Überraschendes Ende interessiert einen schon gar nicht mehr.)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
September:
Gesehen:
Fluch der Karibik (Kinderfilm. Johnny Depp over the top. Aber Skelette toll animiert.)
Identität (Zuschauer geschickt in die Irre geführt. Überzeugend dargestellt und spannend gemacht. Einer der Besten 2003.)
Tricks (streckenweise unterhaltsam - in der Gesamtheit misslungen. Hätte man mehr draus machen können.)
Irgendwann in Mexico (kommt leider nicht an Desperado heran. Will einfach zu viel parallel erzählen. Hat aber dennoch tränentreibende Momente.)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
Oktober:
Gesehen:
Herr Lehmann (Zweitbester deutscher Film 2003. Überraschend guter Hauptdarsteller. Und ziemlich nah am Buch.)
Kill Bill - Volume 1 (Überflüssig und langweilig. Schlechte Kopie asiatischer Vorbilder. Und so gewalttätig auch wieder nicht. Das spritzende Blut ist einfach nur lächerlich.)
Das Wunder von Bern (Bester deutscher Film 2003. Amerikanischster deutscher Film 2003. Witzigster deutscher Film 2003. Und dann noch Mut zur Emotion.)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
November:
Gesehen:
Matrix Revolutions (Und wieder Geld zum Fenster herausgeworfen. Eigentlich nur ein schlechter Witz.)
The Italian Job (angenehm altmodischer Suspense. Nur wer hat Herrn Norton diesen Schnurrbart verordnet?)
L'Auberge Espagnole (ganz nett. Im Endeffekt aber zu viele Klischees).
Findet Nemo (miese Synchro zerstört tolle Animation. Nur mit Ohrstöpseln zu ertragen.)
Mystic River (Meisterwerk. Grandios gespielt. Oscar(R)reif.)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
Dezember:
Gesehen:
Looney Tunes (zu lahm. Und die realen Schauspieler sind den Trickfiguren weit unterlegen. Sowieso erschreckend harmlos.)
S.W.A.T (Reminiszenz an die Actionstreifen der 80er. Solide)
Freaky Friday (nichts neues, aber dafür erstaunlich witzig. Nur die Körperswitchsequenzen sind ziemlich einfallslos.)
Verpasst:
Absichtlich ignoriert:
Erwähnen möchte ich noch den Film Cypher, der auf dem Fantasy Filmfest lief und gerade auf DVD erschienen ist - ein visuell eindrucksvoller und vielschichtiger Thriller von Cube-Regisseur V. Natali. Und natürlich Equilibrium, der wahrlich wunderbar elegante Actionsequenzen aufweist und nur ein wenig an der Symbolik krankt.
Somit ergeben sich folgende Ranglisten:
Top 3:
- Die Regeln des Spiels
- Hero
- Mystic River
Flop 3:
- Matrix Reloaded
- Matrix Revolutions
- Bulletproof Monk
Und nun heißt es warten auf Underworld (der - das kann ich schon verraten - nicht alles hält, was der Trailer verspricht, aber dennoch knallt), die Fortsetzung von Ghost in the Shell, irgendwas von David Fincher …
Viel Spaß 2004.
Till Martinsen
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