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Ich bin ein Star - Holt mich hier raus - Die Grenzen der Ethik
"Wie weit darf das Fernsehen gehen" wurde schon unzählige Male und bei den verschiedensten Sendungen gefragt. Darf man Menschen die Privatsphäre nehmen und sie rund um die Uhr mit der Kamera verfolgen, darf eine Gruppe von jungen Leuten sich gegenseitig verstümmeln, damit dies dann als Comedy auf MTV ausgestrahlt wird, und darf man Geld dafür bezahlen, dass Menschen ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit über mehrere Tage hinweg nicht schlafen?
Diese Diskussionen waren bisher nicht von Belang, denn trotz der Proteste wurden die Formate ausgestrahlt und, viel schlimmer, erreichten zur Bestätigung der Produzenten auch noch Rekordeinschaltquoten.
RTL versucht sich nun bei "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" mit einer 'neuen' Idee (vielfach erprobt in Reality-Soap-Ländern wie Japan und USA). Hier werden Stars im Dschungel ausgesetzt und müssen für ihre Tagesrationen an Essen eklige Proben durchstehen. Wer jeweils ran muss, entscheiden die Zuschauer per kostenpflichtigem Voting. In den ersten Tagen erwischte es jeweils den Buhmann der Nation, Daniel Küblböck. Hier entladen sich Aggressionen, Neid und Missgunst der Zuschauer auf den Schultern eines vom Fernsehen erst vor weniger als einem Jahr erschaffenen "Stars", der gerade einmal 18 Jahre alt ist. Einem Jungen, der vor laufender Kamera in Weinkrämpfe ausbricht, weil er realisiert, dass man ihn fertigmachen möchte. Hier fallen die Tränen, dort klirren die RTL-Kassen und ich frage mich, wo eigentlich Schluss ist, wo die Grenze der Ethik ist, an der auch der absolute Durchschnittsdeutsche den Fernseher abschaltet.
Das Schlimme ist, dass erst hier die Grenze gezogen werden wird, denn solangen die 01379-Nummern noch gewählt werden, solange lohnt sich die Produktion für die Sender...
von Matthias Schneider
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